Dienstag, 17. Juli 2007

Aus dem Leben eines Studentenvertreters...

Zu meinen Freizeitaktivitäten in Leipzig gehörte ja unter anderem die Vertretung von Studenteninteressen.
Und da offensichtlich reges Interesse an meiner Korrespondenz mit einem ganz speziellen Lehrenden besteht, veröffentliche ich Sie hier anonymisiert und wertfrei:

Sehr geehrte Frau Prof. X,

vergangene Woche sind mehrere Kommilitonen an uns herangetreten mit der Bitte Unregelmäßigkeiten bei der QSBX-Klausur vom XX.XX.07 zu klären. Vor allem zwei Punkte waren Anlass zur Beschwerde:
Zu einen wurden die Klausurbögen kommentarlos ausgeteilt, ohne dass die Studenten von Ihnen begrüßt oder über die Prüfungsdauer informiert waren. Die Frage nach dem Befinden der Studenten und ob sie bereit wären an der Prüfung teilzunehmen erscheint auf den ersten Blick überflüssig, ist wohl jedoch aus juristischen Gründen obligat. Sie nicht zu stellen macht die Prüfung in den Augen einiger Kommilitonen rechtlich angreifbar.
Ebenso unvorbereitet wie die die Ausgabe der Bögen traf die Studenten das Einsammeln selbiger. Es erfolgte nämlich ohne Vorwarnung nach kaum mehr als 40 Minuten Prüfungszeit. Die vielen nicht ausgefüllten Aufgaben haben Ihnen sicher einen Hinweis gegeben, dass die frühe Abgabe viele Prüflinge auf dem falschen Fuß erwischt hat.

Neben den Formalien und der kurzen Klausurzeit erschien auch die Menge der Aufgaben unangemessen. Die Klausur enthielt, wenn ich mich recht erinnere, 25 Punkte, von denen die meisten in mindestens zwei Untereinheiten geteilt waren. So ergibt sich pro Aufgabe eine Bearbeitungszeit von weniger als einer Minute. Zum Vergleich: für die Lösung einer MC-Frage bei der ein Student lediglich die richtige Antwortoption aus fünf Möglichen finden und ein Kreuz setzen muss, werden anderthalb Minuten Lösungszeit angesetzt. Für die schriftliche Beantwortung freier Fragen sollte daher mehr als der Bruchteil einer Minute veranschlagt werden.

Die Notenverteilung hat Sie sicher schon darauf hingewiesen, dass diese Klausur alles andere als optimal verlaufen ist. Wir möchten Sie bitten, zu den Problemen Stellung zu nehmen und, besonders im Hinblick auf die Nachprüfung, Abhilfe zu schaffen. Für Rückfragen und Gespräche stehen wir gerne zu Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen,
Hans Damerow
StuRaMed






Und hier die Antwort:





Ist das ein Scherz? Hat ein armes Opfer mitgeschrieben, obwohl es nicht in der Lage dazu war, weil es nicht wusste, dass man zurücktreten und den Hörsaal verlassen kann?
Was die Prüfungsdauer angeht, war seit Semesterbeginn bekannt - und das wurde auch im direkten Vorfeld mehrfach gesagt - dass die Bearbeitungsdauer 45 Min. beträgt (womit hatten Sie denn kalkuliert??!!), dies wurde auch eingehalten und ich habe in der letzten Minute eine entsprechend Ansage gemacht (manche Kommilitonen haben einfach nicht abgegeben, mit Diesen sollten Sie sich auseinandersetzen. Wollen Sie wirklich, dass ich eine groß angelegte Anti-Betrugskampagne starte? KEIN PROBLEM, dann fallen etwa 25 weitere Personen durch!).
Die Story von der zu kurzen Bearbeitungszeit ist lächerlich: Es gab so gut wie keine Lücken in den Bögen und es wurde mindestens viermal so viel geschrieben, wie ich erhofft hatte. Die Punktzahl entspricht im Übrigen der der Terminologieklausur und da wird 30 Min. geschrieben! Sie sollten außerdem inzwischen wissen, dass bei MC-Fragen nicht die Zeit des Kreuzchen-Machens entscheidend ist, sondern die LESEZEIT, die die z.T. verzwickt formulierten Fragen erfordern. Im Übrigen konnten wir als Aufsicht unabhängig voneinander feststellen, dass nach 30 Min. alles zu Papier gebracht war, was die Teilnehmer SELBER wussten und im Rest der Zeit wurde gnadenlos gespickt - da war unsere Klausur aber sicher nicht die Einzige, bei das der Fall war (es war wegen der verschiedenen Gruppen nur schwerer). Auch diesbezüglich müssen Sie sich aber mit den Akteuren und nicht mit mir in Verbindung setzen.
Die Notenverteilung entspricht fast genau der vom vergangenen Jahr (sie entspricht auch ungefähr den seinerzeitigen Leistungen Ihres Jahrgangs im Terminologiekurs) und ist daher nicht überraschend, problematisch oder sensationell, sondern ist bei dem ungewohnten Themengebiet, bei der Interessenslage der Teilnehmer und angesichts der offenen Fragen nicht anders zu erwarten.
Mfg
Prof X

1 Kommentar:

Peter & Nadine hat gesagt…

Servus hans!

Trotz deiner umfangreichen Vorbereitung auf deinen Australienaufenthalt stelle ich fest, dass Du dich immer noch mit Angelegenheiten des Studentenlebens auseinandersetzt. Frau Prof X, aka die Riha inklusive ihrer Schlagkräftigen Mitstreiter der Pirat, und die andere Amazone deren NAmen ich vergessen habe, wollen also Krieg. Das ist eine harte Nuss.
Schreib doch mal dass sie dich am Arsch lecken kann, und dass surfen jetzt wichtiger ist...In Ozzi nämlich.
Servus Pete