Der Mann auf dem Foto ist nicht der heilige Franziskus, auch wenn sein gutes Verhältnis zu Vögeln den Verdacht erregt, sondern Julian, Leiter der Abteilung Viral I.D. am VIDRL. Anläßlich des Besuches zweier vietnamesischer Gastwissenschaftler nahm er uns mit in die Dandedongs, ein Mittelgebirge nahe Melbournes. Dort zeigte er uns, dass in ihm neben dem Wissenschaftler auch eine ganz gehörige Portion Crocodile Dundee steckt...Erste Station ware eine Raststätte an den "Shepard Falls", an denen sich allerlei Vögel aus der Hand füttern ließen.
Rot oder grün, welcher steht mir besser?
Als nächstes stand ein kleiner Waldspaziergang auf dem Programm, den die vietnamesischen Wissenschaftler eher schlecht als recht überstanden. Die beiden kamen nämlich aus dem Süden Vietnams und trugen zum ersten Mal (!) in ihrem Leben geschlossenes Schuhwerk.
Nach einer kurzen Mittagspause fuhr Julian uns zum Höhepunkt unserer Tour. Direkt am Reservoir, aus dem die Stadt ihr Trinkwasser bezieht, kenne er ein 100% sicheres Känguru-Gebiet.
Dort angekommen sah es nicht sehr nach Kängurus aus. Zu einen war es noch zu früh am Nachmittag, zum anderen war das Gebiet viel zu bewaldet. Ein Tier, das auf freier Fläche mit bis zu 50 km/h springt würde sich doch nicht im Wald aufhalten, oder?
In diesem Punkt irrte ich allerdings, wie mir unserer victorianischer Crocodile Dundee wenig später erklärte. Kängurus fressen zwar auf offener Fläche, schlafen aber, sofern vorhanden, im Bush.
Um die Zeit bis zur Dämmerung zu überbrücken
machten wir, zum Leidwesen der Vietnamesen, einen weiteren Spaziergang, auf dem Julian es sich nicht nehmen ließ uns Opossums zu "zeigen". Zum besseren Verständnis muss man sagen, dass Opussum oder Possums, wie der Australier sagt, nachtaktive Tiere sind. Sie schlafen, ähnlich wie Eichhörnchen, in Rundnestern hoch in den Baumkronen.
machten wir, zum Leidwesen der Vietnamesen, einen weiteren Spaziergang, auf dem Julian es sich nicht nehmen ließ uns Opossums zu "zeigen". Zum besseren Verständnis muss man sagen, dass Opussum oder Possums, wie der Australier sagt, nachtaktive Tiere sind. Sie schlafen, ähnlich wie Eichhörnchen, in Rundnestern hoch in den Baumkronen. Um ein Possum tagsüber zu "zeigen", muss man ein Possum "wecken". Meistens tut es ein kräftiger Tritt oder etwas Schütteln gegen bzw. am Baumstamm. Aus der Sicht des Opossum ist das natürlich eine brutale Sache unter Vorspiegelung eines Erdbeben zur besten Schlafenszeit aus dem Bett geholt zu werden nur um Ausländern vorgeführt zu werden.
Allerdings handelt es sich um durchaus vernünftige Tiere, sobald sie sehen, dass keine Gefahr droht und der Kaffee noch nicht fertig ist, verkriechen sie sich wieder ins Nest.
Und siehe da: Julian hatte recht! Kaum waren wir aus dem Wald heraus, stolperten wir direkt in eine Känguruherde, die am Damm des Reservoirs graste. Die Tiere waren so an Menschen gewöhnt, dass sie uns bis zehn Meter heranlassen.
Besonders faszinierend fand ich, dass Kängurus zur langsamen Fortbewegungen eine Art Fünf-Fußgang benutzen: abwechselnd werden die Hinterläufe und die Fäuste zusammen mit dem Schwanz benutzt.


Niedlich, oder? Was man leider nicht mit dem Fotoapparat festhalten kann, ist der Umstand, dass sich die Kängurus in einer Tour am Kratzen und Schubbern waren. Flöhe scheinen auch Beuteltiere nicht zu verschonen.
Daher bin ich ganz froh, dass dieses Foto aus sicherer Entfernung entstanden ist.

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